Evangelisches Flüchtlingsnetzwerk Hannover-Garbsen-Seelze

Herzlich willkommen! Das Evangelische Flüchtlingsnetzwerk Hannover-Garbsen.Seelze ist ein Netzwerk des Evangelischen Stadtkirchenverbandes in Zusammenarbeit mit dem Diakonischen Werk Hannover.

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Bild: Hinze/Taha Basch

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Was glaubt mein Nachbar?


An fünf Abenden werden fünf Religionen näher ins Blickfeld gerückt, dabei wird mal der Blick von außen auf eine Glaubensrichtung geworfen, mal geht es um die innere Blickrichtung. Blicke sollen aber auch durch Räume schweifen können - daher werden wir an zwei Abenden den Raum wechseln und uns in einer Synagoge bzw. einer evangelischen Kirche treffen. Den Abschluss der Reihe bildet ein gemeinsamer Besuch des Hauses der Religionen, wo wir weitere (Welt-)Religionen näher kennenlernen können.

Termine:

09.10.2017 I 19.00 Uhr I Synagoge Stöcken, Fuhsestraße 6, 30419 Hannover
Ask the Jew - Was Sie schon immer über das Judentum wissen wollten
mit: Monty Ott (Dialogbeauftragter der liberalen jüdischen Gemeinde Hannover) und Martin Beckmann (Religionswissenschaftler)

06.11.2017 I 19.00 Uhr I Stadtbibliothek Garbsen, Seminarraum (Seiteneingang), Rathausplatz 13, 30823 Garbsen
Der Islam und seine Wurzeln - Grundpfeiler der Lebensorientierung aus islamischer Perspektive
mit: Hamideh Mohagheghi (Theologin an der Universität Paderborn und Sprecherin des Rates der Religionen Hannover)

04.12.2017 I 19.00 Uhr I Ev.-luth. Willehadi-Gemeinde, Orionhof 4, 30823 Garbsen
Was man zu wissen glaubt - Eine religionswissenschaftliche Einführung in das Christentum
mit: Martin Beckmann (Religionswissenschaftler)
(Bereits um 17.30 Uhr lädt der Unterstützerkreis Garbsen zu einer Adventsfeier ein)

05.02.2018 I19.00 Uhr I Stadtbibliothek Garbsen, Seminarraum (Seiteneingang), Rathausplatz 13, 30823 Garbsen
Wenn man glaubt zu wissen - Hürden der religionswissenschaftlichen Arbeit am Beispiel der Aleviten (Inszeniertes Streitgespräch)
mit: Cemalettin Karatas (Lehrer für alevitischen Religionsunterricht) und    Martin Beckmann (Religionswissenschaftler)

06.03.2018 │ 19.00 Uhr │ Stadtbibliothek Garbsen, Seminarraum (Seiteneingang neben der Polizei), Rathausplatz 13, 30823 Garbsen
Die Eziden – Geschichten und Traditionen
mit: Rauf und Hatun Tuku, sowie Martin Beckmann (Religionswissenschaftler)

10.04.2018 I 19.00 Uhr I Haus der Religionen, Böhmerstraße 8, 30173 Hannover
Interreligiöser Dialog - Ein Besuch im Haus der Religionen
mit: Martin Beckmann (Religionswissenschaftler)



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Migration und Integration - Worüber sprechen wir eigentlich (nicht)?

Flüchtlingsnetzwerk Willkommen und Stadt organisieren Vortrag mit renommiertem Migrationsforscher Professor Jochen Oltmer

 

GARBSEN-MITTE (stp). Migration verändert die Welt – aber warum, auf welche Weise und mit welchen Folgen? Antworten auf diese Fragen sowie viele Anregungen und Denkanstöße gab  der renommierte Osnabrücker Migrationsforscher Professor Jochen Oltmer am Donnerstag, 31. August, im Forum der IGS Garbsen. 

Oltmers Interesse gilt dabei seit 1990 dem Wandel der deutschen, europäischen und globalen Migration vom späten 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Im Mittelpunkt seiner historischen Migrationsforschung stehen Formen von Migration wie Arbeits- und Siedlungswanderung sowie Gewaltmigrationen wie Flucht, Vertreibung und Deportation. Zudem untersucht er die Reaktionen aller beteiligten Akteure.

„Migration war schon immer normal in der Geschichte der Menschheit“, sagt Oltmer, „Menschen waren immer schon in Bewegung.“ Der Migrationsexperte wird sich auch den Fragen widmen, was Integration überhaupt ist, und warum sich Gesellschaften zum Teil offen gegenüber Migration zeigen und sich manche dem Thema verschließen. Zudem erläutert er die Grundzüge des Redens und Schreibens über Migration und ihre Folgen.

 

Gerade der Blick auf Migration und Asylpolitik hänge von der Perspektive ab und werde permanent neu ausgehandelt. Migration sei weder grundsätzlich gut noch schlecht, so Oltmer. Dennoch beherrschten einseitige Positionierungen und Polarisierungen das Reden und Schreiben über das soziale Phänomen: Die einen verstünden Migration als Ergebnis von Krisen, Katastrophen und Defiziten – und ihre Folgen als Gefahr für Sicherheit, Wohlstand, gesellschaftliche und kulturelle Homogenität. Migration erscheine damit als Risiko, das dringend der intensiven politischen Vor- und Nachsorge bedürfe.

Andere wiederum sähen vornehmlich Potenziale für die Entwicklung des Arbeitsmarkts sowie Perspektiven für ökonomische, soziale und kulturelle Innovationen – im Zielland oder im Herkunftsland der Bewegungen. Nichts daran sei falsch: Wie für jedes soziale Phänomen könnten die Folgen und Effekte von Migration sehr unterschiedlich wahrgenommen und eingeschätzt werden.

 

 

Zur Vita von Jochen Oltmer:

Jochen Oltmer ist Außerplanmäßiger Professor für Migrationsgeschichte am Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS) der Universität Osnabrück. Er arbeitet zu deutschen, europäischen und globalen Migrationsverhältnissen in Vergangenheit und Gegenwart.

Oltmer ist unter anderem Herausgeber des „Handbuch Staat und Migration in Deutschland vom 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart.“ sowie Autor von „Migration vom 19. bis zum 21. Jahrhundert“ und des Jugendsachbuchs „Vom Ein- und Auswandern. Ein Blick in die deutsche Geschichte.““

 

2006 entstand in einem Projekt mit dem Garbsener Stadtarchiv die Publikation „In Garbsen angekommen – Zuwanderung und Integration vom Ende des Zweiten Weltkrieg bis in die Gegenwart.“


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Begegnungsort für Geflüchtete im Innenstadtbereich

am 9. Februar haben wir – das Evangelische Flüchtlingsnetzwerk Hannover-Garbsen-Seelze gemeinsam mit dem CVJM Hannover ein neues Projekt in den Räumlichkeiten des CVJM Hannover, rückwärtiger Eingang des CVJM Hotels in der Kleinen Packhofstraße, gestartet. Dort  bieten wir donnerstags von 15-18 Uhr ein Café für Flüchtlinge an. Es ist ein niedrigschwelliges Angebot zur ersten Kontaktaufnahme für Flüchtlinge mit Menschen aus Hannover und Umgebung sein. Wir kommen bei Kaffee und Kuchen miteinander ins Gespräch und nehmen uns Zeit für die Anliegen der Flüchtlinge. 

Als Evangelische Kirche in unserer Stadt  drücken wir dadurch unsere Willkommens-Kultur, als Teil unseres christlichen Handelns, aus. Wir möchten „Leben teilen“. In direkter Innenstadtnähe werden in den nächsten beiden Jahren ca. 600 Flüchtlinge im ehemaligen Maritim-Hotel und Containern am Waterlooplatz untergebracht sein.

Und ab dem 10. August 2017 wird eine Fotoausstellung in den Räumen des Cafés gezeigt. Es sind Bilder von Jürgen Baumeister. Er hat Menschen, die zu uns geflohen sind und jetzt in der Stadt Seelze leben, porträtiert.

Bild: Thiele

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Unsere Fortbildungen im 2. Halbjahr 2017 finden Sie unter "Fortbildungen" und im aktuellen Flyer!
Dokument: 11412_flyer_RZ.pdf (PDF)
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Abschlussveranstaltung des Projektes Ponte - Brücken in die Arbeitswelt

Nach zwei Jahren ist das Projekt Ponte - Brücken in die Arbeitswelt jetzt abgeschlossen.  Regine Kramarek, Bürgermeisterin der Stadt Hannover, Rainer Müller-Brandes, Diakoniepastor und Marlies Ahlers, Pastorin der Michaelis Kirchengemeinde sagen Danke für die geleistete Arbeit.
Maria Eggers, in den zwei Jahren verantwortlich für das Projekt, im Gespräch mit zwei Teilnehmenrn.

Bild: Thiele

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Das Ev. Flüchtlingsnetzwerk Hannover, Garbsen, Seelze, das Haus der Religonen und SOS Mediterranée waren mit einen Stand auf der Fête de la Musique in Hannover vertreten. Bei schönstem Sonnenschein gab es viele Besucherinnen und Besucher am Stand von Ulrike Thiele, Martin Beckmann und Till Rummenhohl. Auch der Freundeskreis Malawi war vertreten. Till Rummenhohl von SOS Mediterranée und Djenabou Diallo-Hartmann von Freundeskreis haben sich gut ausgetauscht.

Bild: Privat

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Im Rahmen der Kooperation mit dem evangelischen Flüchtlingsnetzwerk Hannover-Garbsen-Seelze lädt das Haus der Religionen interessierte Geflüchtete sowie Haupt- und Ehrenamtliche Helfer zu Führungen durch die Dauerausstellung „Religionen im Dialog“ ein.

 

Das Haus der Religionen stellt die Weltreligionen vor, wie sie hier und heute gelebt werden.

In unserer Ausstellung nehmen sechs Jugendliche aus Hannover die Besucher mit an die spirituellen Orte ihrer Religionsgemeinschaften. Die Ausstellung möchte Lust machen, diese Orte gelebter Religiosität, die religiöse Vielfalt in der Nachbarschaft und die Spuren von Religion im Alltag auch selbst zu entdecken

Im Haus der Religionen erleben Besucherinnen und Besucher die Weltreligionen hautnah. Anfassen und Ausprobieren sind hier ausdrücklich erlaubt. Den Gebetsschal und die Götterstatuen, die Räucherstäbchen und die Gebetsketten haben uns die Gemeinden selbst gestiftet. Denn diese Dinge spielen in ihrer religiösen Praxis eine wichtige Rolle.

Das Haus der Religionen ist ein neutraler Ort, der keiner Religion allein gehört. In diesem geschützten Rahmen ergeben sich Gespräche, die anderswo nicht möglich wären. Bei einer Führung im Haus der Religionen wird der Alltag der Weltreligionen in Stadt und Region lebendig. Besucherinnen und Besucher können eigene Erfahrungen einbringen und ihre Fragen ohne Scheu stellen



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Bild: Thiele

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Erschöpft aber glücklich komme ich von zwei Tagen Vortragstour in  Hannover zurück.
In insgesamt sechs Vorträgen konnte ich über 600 Schüler des  Geschwister-Scholl-Gymnasiums, des Johannes-Kepler-Gymnasiums und der  IGS Garbsen erreichen, eine Konfirmanden Gruppe der Kirchengemeinde  Hainholz informieren. Die abendlichen, öffentlichen Vorträge in  Hannover und Garbsen rundeten die beiden Tage ab. Ich bedanke mich bei  den interessierten Menschen für die ausführlichen Diskussionen, die  von Betroffenheit und Unmut zeugten. Ich bewundere das Interesse und  die Betroffenheit der jungen Menschen, nachdem sie gebannt den  Berichten über die fliehenden Menschen lauschten. Nach diesen zwei  Tagen weiß ich, dass schon ein 14-Jähriger die komplexen Problematiken  Afrikas und Europas verstehen -, und seine noch unverdorbene  Menschlichkeit entfachen kann. Das gibt Hoffnung.

Ein besonderer Dank geht an Frau Ulrike Thiele und Frau Rebekka Hinze vom  evangelischen Flüchtlingsnetzwerk, die diese Vortragsreihe für mich  organisiert und begleitet haben.
Till Rummenhohl

Bild: Hinze

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Sehr geehrte Damen und Herren,

man hätte eine Stecknadel fallen hören können, so gebannt lauschten die Schülerinnen und Schüler des 9. bis 11. Jahrgangs des Geschwister-Scholl-Gymnasiums heute in der 5./6. Stunde dem Vortrag Till Rummenhohls "Sterben für das Paradies" über die Flucht durch die Wüste und über das Mittelmeer ins scheinbar segensreiche Europa.

Was widerfährt den Menschen, die ihre Heimat Eritrea, Guinea, Ghana oder den Sudan verlassen? Die Durchquerung der Sahara ist die erste Hürde, die es zu nehmen gilt, die Schlepperbanden und Banditen in Libyen, die sich gegenseitig die Menschen auf Sklavenmärkten verkaufen und nicht selten zur anschließenden Flucht auf das Meer regelrecht treiben, sind nicht minder gefährlich. Till Rummenhohl hat die Wege einzelner Geflüchteter anahnd von Text- und Videomaterial zusammengetragen. Er liest aus deren Gedächtnisprotokollen und ist mit der Kamera dabei, wenn überfüllte Schlauchboote gesichtet und die Menschen behutsam an Bord der MS Aquarius gebracht werden, wo man sich um sie kümmert.

Die Schülerinnen und Schüler waren beeindruckt von Rummenhohls Berichten und zollten seinem Engagement mit lang anhaltendem Beifall Respekt. Auch nachdem es längst zum Schulschluss geläutet hatte, blieben noch eine Reihe von ihnen sitzen, stellten Fragen und diskutierten mit Rummenhohl und Politiklehrer Dirk Meibaum über die Situation für uns hier in Europa und für die Menschen, die in ihrer Heimat keine Perspektive haben.

Der Vortrag Rummenhohls heute im Geschwister-Scholl-Gymnasium ist der Auftag einer Reihe von Vorträgen in Garbsen, die vom Evangelischen Flüchtlingsnetzwerk Hannover Garbsen Seelze organisiert werden. Wer den Vortrag hören möchte und mit Rummenhohl anschließend ins Gespräch kommen möchte, ist für den morgigen Mittwochabend ab 19.30 Uhr in die Stadtbibliothek Garbsen eingeladen. Der Eintritt ist frei, die Plätze sind begrenzt. Der Einlass beginnt um 19.00 Uhr. Morgen früh steht Rummenhohl im Kepler-Gymnasium (8.00 Uhr) und in der IGS (11.40 Uhr) noch einmal vor Schülergruppen.

Mit freundlichen Grüßen
Rebekka Hinze

Bild: Hinze

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